07.06.2018, Preisverleihung im Staatstheater in Mainz

aus der Jurybegründung:
Sanfte Stärkung: Ein Neubau im Ortskern des Eifeldorfs passt sich sensibel in die gewachsene Struktur ein und belebt mit einem modernen Wohnangebot für jüngere, ältere und auch neue Einwohner die Dorfgemeinschaft.
Wie vielen Eifeldörfern droht auch Niederweis durch Leerstand und Verfall ehemals landwirtschaftlich genutzter Gebäude eine Auflösung des spezifischen Dorfcharakters. Der Wegzug jüngerer wie älterer Einwohner in benachbarte Oberzentren mangels adäquaten Wohnangebots schwächt zudem die Dorfgemeinschaft.
Der Umnutzung alter Bestandsbauten stehen wirtschaftliche Bedenken auf Investorenseite und Fragen nach der Verträglichkeit mit dem dörflichen Umfeld entgegen. Durch die behutsame Neuinterpretation am Standort einer ehemaligen Scheune ist Architekten und Bauherr mit dem Neubau eines Mehrfamilienhauses eine Stärkung des Ortskerns gelungen, der Wohnraum für sechs Parteien bietet und zeitgemäßen Ansprüchen gerecht wird.
Das neue Gebäude ersetzt in Form und Abmessung die alte Scheune, angrenzend an das bestehende Wohngebäude,und fasst den vorgelagerten Hofraum ein. Im Zusammenspiel mit den Nachbargebäuden entsteht durch den neuen Baukörper eine dorfräumliche Situation, die sich verändert hat, ohne fremd zu wirken. Der kaum wahrnehmbare polygonale Grundriss passt sich subtil dem gewachsenen Ort an. Schräge Dachrinnen und leicht schiefwinklige Giebel verankern das neue Gebäude ortstypisch in seiner Umgebung.

Foto: Kristina Schäfer, Mainz

Die Dokumentation zum Staatspreises 2018 erhalten Sie hier:
https://baukultur.rlp.de/fileadmin/baukultur/Auszeichnungen/Sp_18/Dokumentation_Staatspreis_2018.pdf
 
 
 
https://baukultur.rlp.de/fileadmin/baukultur/Auszeichnungen/Sp_18/Dokumentation_Staatspreis_2018.pdf
   

07.06.2018, Preisverleihung im Staatstheater in Mainz

aus der Jurybegründung:
Sanfte Stärkung: Ein Neubau im Ortskern des Eifeldorfs passt sich sensibel in die gewachsene Struktur ein und belebt mit einem modernen Wohnangebot für jüngere, ältere und auch neue Einwohner die Dorfgemeinschaft.
Wie vielen Eifeldörfern droht auch Niederweis durch Leerstand und Verfall ehemals landwirtschaftlich genutzter Gebäude eine Auflösung des spezifischen Dorfcharakters. Der Wegzug jüngerer wie älterer Einwohner in benachbarte Oberzentren mangels adäquaten Wohnangebots schwächt zudem die Dorfgemeinschaft.
Der Umnutzung alter Bestandsbauten stehen wirtschaftliche Bedenken auf Investorenseite und Fragen nach der Verträglichkeit mit dem dörflichen Umfeld entgegen. Durch die behutsame Neuinterpretation am Standort einer ehemaligen Scheune ist Architekten und Bauherr mit dem Neubau eines Mehrfamilienhauses eine Stärkung des Ortskerns gelungen, der Wohnraum für sechs Parteien bietet und zeitgemäßen Ansprüchen gerecht wird.
Das neue Gebäude ersetzt in Form und Abmessung die alte Scheune, angrenzend an das bestehende Wohngebäude,und fasst den vorgelagerten Hofraum ein. Im Zusammenspiel mit den Nachbargebäuden entsteht durch den neuen Baukörper eine dorfräumliche Situation, die sich verändert hat, ohne fremd zu wirken. Der kaum wahrnehmbare polygonale Grundriss passt sich subtil dem gewachsenen Ort an. Schräge Dachrinnen und leicht schiefwinklige Giebel verankern das neue Gebäude ortstypisch in seiner Umgebung.

Foto: Kristina Schäfer, Mainz

Die Dokumentation zum Staatspreises 2018 erhalten Sie hier:
https://baukultur.rlp.de/fileadmin/baukultur/Auszeichnungen/Sp_18/Dokumentation_Staatspreis_2018.pdf


https://baukultur.rlp.de/fileadmin/baukultur/Auszeichnungen/Sp_18/Dokumentation_Staatspreis_2018.pdf 





6 neue Wohnungen in Niederweis - Anbau an ein Wohnhaus 





Haustür und Fenster 





Räumliche Situation - Eingliederung in die Ortsstruktur 





Lage in Niederweis, Eifel 





EG - OG - DG 





Das trifft sich gut - das richtige Haus für den richtigen Ort

Ein beispielgebendes Mehrfamilienwohnhaus, welches sich in vorbildlicher Weise in die vorhandene dörfliche Umgebung einfügt findet man in Niederweis.

Üblicherweise sind derartige Wohnungsbauprojekte von Investoreninteressen bestimmt und vorrangig an einer maximalen Rendite ausrichtet. Die Verträglichkeit des Projektes in seiner Umgebung und die gestalterische Einfügung wird leider oft vernachlässigt.
Das Rendite und rücksichtsvolle Architektur sowie regionale Baukultur kein Widerspruch sein müssen, zeigt das Beispiel „Wohnen am Schlosspark“ in Niederweis.
Hier ist ein Mehrfamilienhaus zentral im Ortskern entstanden, bei dem der Architekt sich insbesondere mit der lokalen Situation und der regionalen Bautradition auseinandergesetzt hat. Die Umgebung ist bei der Konzeption eines angemessenen und spezifischen Gebäudes ein ebenso wichtiger Bestandteil sie die sinnvolle Gebäudestruktur.
Städtebaulich fügt sich das Projekt mit seiner Gebäudestellung und Kubatur in die Nachbarschaft ein. Der Haustypus orientiert sich am traditionellen Trierer Haus und die Material- und Formensprache der Häuser der Umgebung wurden übernomment. Dennochpräsentiert sich das Gebäude in seinen Details als zeitgemäße, moderne Architektur und wertet die Umgebung gestalterisch und funktional auf.
Die bebaute Fläche ist im Grundriss mit 6 Wohneinheiten ökonomisch effektiv genutzt. Interessante Wohnräume, Loggien, Terrassen und Aufzug erhöhen die Attraktivität der Wohnungen der dörfliche Umgebung.

Das Projekt zeigt, wie Ortskerne aufgewertet und belebt werden können, was nachhaltiges und regionalbezogenes Planen bedeutet und wie Wirtschaftlichkeit und gute Architektur ein Einklang zu bringen sind.


Beitrag in den KreisNachrichten des Eifelkreises Bitburg-Prüm, Ausgabe 1/2017