HEIMISCH - Umbau der alten Scheune
   

HEIMISCH - Umbau der alten Scheune 





Lage in 54298 Hofweiler (Südeifel), Markusstraße 11c 





Perspektive aus der Küche 





Küche und Treppenraum - genagelte Eichenholztür 





Zeichnungen Eingangssituation 





Eingang 





Treppe, Küchenbank, Esstisch und Einbaumöbel 





Küchenblock, Galerie mit Lichtkamin, Möbeldetails 





Fassadendetails 





Naturstein grob geschurt, Briefkasten, Sitzbank vor dem Haus, Eichenholz gesägt 





Hausbaum, Hühnerwiese, Fassade mit Geschichte 





HEIMISCH - Umbau der alten Scheune


Stefan und Heike Schiltz leben auf ihrem Bauernhof in der Eifel. Ihr Gehöft liegt im kleinen Ort Hofweiler, dort bewirtschaftet Stefan Schiltz 32 ha Land. Seit Jahren war die alte Scheune neben dem Elternhaus ungenutzt, sie sollte das neue Zuhause werden.

Die Scheune ist Teil eines typischen Eifeler Gebäudeensembles, dem „Trierer Haus“ bestehend aus Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. An das 3-achsige Elternhaus sind die Nebengebäude angebaut. Dem Ensemble ist südlich ein Wirtschaftshof vorgelagert. Im Norden befinden sich Nutz- und Obstgarten mit einem phänomenalen Blick über das Kylltal in die weite Eifellandschaft. Die westlich angebaute alte Scheune, fensterlos und dunkel, schien jedoch auf den ersten Blick nicht zum Wohnen geeignet. Zudem umfasste sie mehrere Ebenen auf verschiedenen Höhenniveaus.

Zentrale Herausforderung war somit die Belichtung und Blickführung, sowie die Zuordnung und Verknüpfung der Innenräume mit den Außenräumen. Die neue „Scheune“ sollte sich in die Gesamtsituation des Gehöfts, besonders von der Straße aus gesehen, einfügen und dem Elternhaus die Hausrolle überlassen.

Das Schieferdach wurde erneuert, alle bestehenden Öffnungen wurden genutzt und wenige neue hinzugefügt. Das alte Bruchsteinmauerwerk wurde geschlämmt, somit sind alle Veränderungen ablesbar und erinnern an die Geschichte der Scheune. Zur natürlichen Belichtung des tiefen Inneren wurde ein „Lichtkamin“ konzipiert, zusätzlich wurde die Scheune von Anbauten freigestellt. Der gewonnene Platz ist nun ein privater Innenhof.
Die versetzen Ebenen werden über die skulpturale Treppe als verbindendes Element erschlossen. Die Einbauten verleihen den Räumen neue Bedeutung.
Der Besucher gelangt über den neugestalteten Hof mit Brunnen, Birnbaum und Bank zur Eingangstür. Hier liest man die Zeitung und spricht mit dem Nachbarn. Die gesägten Eichenbretter der Eingangstür stammen aus dem eigenen Wald und unterstreichen den bodenständigen Charakter der Scheune. Die Tür wurde gemeinsam von Bauherren, Architekt, Handwerkern und Verwandten beschlagen. So wird die Scheune in die Zukunft geführt und ihre Geschichte weitergeschrieben.


 





Preisverleihung des Deutschen Landbaukulturpreises 2016 in der Schinkelschen Bauakademie in Berlin 





KFW Award 2017
Anerkennung für unser Projekt "HEIMISCH - Umbau der alten Scheune"
Jahresthema: Ausbauen, Anbauen, Umbauen




Am 22. Mai 2017 wurde in Berlin zum 15. Mal der KfW-Award Bauen vergeben. Gesucht wurden private Bauherren oder Baugemeinschaften, die in den vergangenen fünf Jahren ein Gebäude erweitert, umgewidmet, modernisiert und dabei gleichzeitig Wohnraum geschaffen oder aufgewertet haben. Bewertet wurden die Projekte nach ihrer gelungenen Balance aus Architektur- und Erscheinungsbild, Energie- und Kosteneffizienz, ihrer optimalen Raum- und Flächennutzung sowie der individuellen Wohnlichkeit. Die zehn Preisträger wurden von einer Jury um Prof. Hans Kollhoff, Architekt in Zürich/Berlin, mit einem Preisgeld von insgesamt 30.000 Euro ausgezeichnet. Die Preisträger haben alte gewerbliche oder bestehende landwirtschaftliche Gebäude umgewidmet, denkmalgeschützte Gebäude grundlegend revitalisiert und bestehende Wohngebäude modernisiert. Dabei wurden mit gelungener Architektur sowohl die ambitionierten Standards der KfW-Effizienzhäuser erreicht, als auch geschickt Maßnahmen zum Abbau von Barrieren umgesetzt.


Auszeichnung